Heute unterscheiden wir zwei Arten von Lösungsanbietern im Bereich Einkauf:

A) All-In-One-Anbieter

Viele Funktionen, wie z. B. Sourcing, Contracting, E-Procurement, Invoicing und Analytics sind von einem Anbieter entwickelt und vertrieben. Neue Anwendungssegmente werden i. d. R. durch Zukäufe erweitert. Anwendungen von Drittanbieter sind nicht oder nur mit großem Aufwand anzubinden.

Vorteil:
– relativ kurze Anbindungsdauer
– zentraler Support
– zentraler Vertrag
– neue Funktionen werden zentral entwickelt und stehen allen Kunden zur Verfügung.

Nachteil:
– jeder Anbieter hat i. d. R. ein Teilgebiet aus dem er hervorgeht (z. B. Sourcing), welches er sehr gut abdeckt. Alle weiteren Bereiche werden semi-optimal abgedeckt.
– Innovationen werden erst spät angeboten.
– oftmals limitiert/konzentriert auf dem Beschaffungsprozess

 

B) Central Procurement Workplaces

Hierbei werden die besten Lösungen einer weiten Bandbreite (Sourcing, Contracting, Procurement, Invoicing, …) über eine zentrale Plattform zusammengeführt und über eine Oberfläche dargestellt. Der Produkt-Support und die Verträge werden zentral über den Plattformanbieter abgewickelt. Der Wechsel von einer bestehenden Applikation zu einer alternativen, ist möglich und für den Anwender im Normalfall nicht ersichtlich. Jede weitere Anwendung kann über einen zentrale Applikations-Shop kundenspezifisch selektiert und integriert werden. Das jeweilige Unternehmen entscheidet, welche Application (App) es auf seinem Procurement Workplace sehen möchte. Dies kann Konzern-, Unternehmens-, Standort-, Abteilungs- oder Personenbezogen erfolgen.
Das beste vergleichbar Beispiel für Best-Of-Breed-Anwendung im Consumer-Umfeld sind Smartphones, die mit Applikationen von unterschiedlichen Anbieter gefüllt werden können.

Beispiele für aktuelle App-Katgorien: Link

Vorteil:
– jeder Anwender stellt sich „seinen Workplace“ zusammen.
– es gibt keine Limitierung auf den Beschaffungsprozess
– der Arbeitsplatz kann nahezu unbegrenzt erweitert werden.

Nachteil:
– längere Anbindungsdauer  

 

Beide Systemarten sind in der Vergangenheit vergleichbar mit den Anbietern von Mobilgeräten. So gab es „All-In-One“-Anbieter wie z. B. Nokia, die alle Applikationen aus einer Hand entwickelt und angeboten haben. Neue Funktionen wurden zentral entwickelt und für alle Kunden in einer identischen Konstellation angeboten.

Dagegen haben Konzerne wie Samsung oder Apple eher auf eine offene Plattform gesetzt, bei der der Kunde sich seine relevanten Applikationen selbst zusammenstellen konnte. Grundfunktionen, wie z. B. E-Mails, Aufgaben, Kalender, Notizen etc. waren dabei im Basis-System enthalten.